Keine Langeweile: Bericht aus dem Aufsichtsrat

17.11.2017 | 10:11
"Langweilig wird es nicht bei unserem RWE", so beginnt Ralfs aktueller Bericht von der letzten Aufsichtsratssitzung. Also, ab hier wird es original:
Langweilig wird es nicht bei unserem RWE ... Hieß die Neuigkeit in den Tagen um die letzte AR-Sitzung herum noch „ wir haben einen neuen Trainer“, platzte kurz danach eine richtige Bombe: Michael Welling will RWE verlassen!

Offiziell ist er an den AR mit dieser Bitte um Vertragsauflösung bereits im Rahmen der AR-Sitzung im September herangetreten, daher kann man völlig wertfrei feststellen: Die Anti-Welling Aktion auf der Westtribüne im Rahmen des Spieles gegen Viktoria Köln, Mitte Oktober, hatte keinen Einfluss auf die Entscheidung. Sie war für MW zu diesem Zeitpunkt längst gefallen. Zu den Gründen möchte bitte jeder den Doc selbst befragen. Ich halte es nicht für angebracht, hier die Dinge auszubreiten, die er dem AR seinerzeit mitgeteilt hat.

Da MW dankenswerter Weise nicht mit sofortiger Wirkung ausscheiden wollte, sondern anbot, einen Übergang praktisch so lange zu begleiten, wie dies der AR wünscht, erschien es uns allen sinnvoller, zunächst an einer Lösung dieser Personalie zu arbeiten, bevor das Ganze öffentlich wird. Bereits im Spiel gegen Köln saß der designierte Nachfolger, Marcus Uhlig,auf der Tribüne, seit 01.11. ist er im Amt und mit Arbeitsvertrag ausgestattet. Die formelle Bestellung zum Vorstand zur Eintragung ins Vereinsregister wurde in dieser AR-Sitzung vollzogen. Neben „altem“ und neuem Vorstand nahmen an der AR-Sitzung auch unser neuer Trainer Agi Giannikis und Sportdirektor Jürgen Lukas teil. Diese analysierten für uns die letzten Spiele, äußerten sich zur aktuellen Kaderzusammenstellung und zur Kaderperspektive für die kommende Saison. Dabei wurde sehr offen und klar kommuniziert,aber dies wird natürlich „vertraulich“ behandelt.

Auch über A-und B-Jugend wurde (erfreuliches) berichtet: Agi hat ab und an einen A-Jugendlichen im Training und war auch schon bei Spielen vor Ort. Er sieht durchaus Potential in einigen der Jungs. Wir haben zwar erst 5 Spiele unter dem neuen Trainer absolviert, aber die Ausbeute hätte ich mir ehrlich gesagt, nicht erträumt. Mit 7 Punkten aus den 4 Spielen + einem Erfolg im Pokal hätte ich als „Angebot“ nach dem Trainerwechsel gut leben können, es wurden 10 Punkte + Pokalsieg. Was aber viel wichtiger ist, ist die Art und Weise des Zustandekommens; Die defensive Stabilität der Mannschaft ist aktuell erstaunlich. Trotzdem ist die Spielweise weit weg von Mauerfussball oder destruktiver Spielweise, wie es uns eine Kanalratte nach dem OB-Spiel andichten wollte. AG scheint einen guten Plan zu haben und -was vielleicht noch wichtiger ist- die Mannschaft scheint diesen auch zu verstehen und Ihn umzusetzen.

Beim Thema Pachtvertrag ist wieder etwas Bewegung drin, vielleicht kann man unter dem Tannenbaum schon eine einvernehmliche Lösung mit der GVE präsentieren.

Ein Thema, was die Fanszene in den letzten Wochen sehr kontrovers bewegt hat, war die Schadensersatzforderung von RWE gegen den ca. 10-fachen Feuerzeugwerfer im Heimspiel gegen Rödinghausen in der letzten Saison. Es ist ein rechtskräftiges Urteil ergangen, welches den Verursacher zu einer Schadensersatzzahlung an RWE verdonnert hat. Wie RWE mit dem Urteil umgeht, wird sicherlich in den nächsten Tagen offiziell vom Verein kommuniziert.

Ich möchte dieses Thema von wegen „kontroverse Meinungen der Fans“ nutzen um mal was Grundsätzliches zum Thema „Spaltung“ der Essener Fanszene loszuwerden. Diese Spaltung wird ja aktuell in den sozialen Medien viel „besungen“ und soll maßgeblich auf das Konto von MW gehen. Wesentlicher Auslöser dieser Vorwürfe (man möge mich korrigieren) waren m.E. die Vorgänge bei der letzten MV, als der Doc die Verbandsstrafen offenlegte und eine hitzige und -zugegeben- nicht immer glücklich moderierte Diskussion folgte. Auf der einen Seite die Pyrobefürworter, (von der „alles geht“ -Fraktion bis zur gemäßigten „Bengalo ja, Böller nein“-Fraktion) auf der anderen Seite die kategorischen Pyrogegner. Was ich jetzt eher nicht glaube, ist, dass es auch nur einem der Diskussionsteilnehmer oder der sonstigen Anwesenden durch den Vortrag vom Doc plötzlich wie Schuppen aus den Haaren viel: „Oh ,das ist ja mal was ganz Neues, jetzt muss ich mich schleunigst von der anderen Gruppe distanzieren“.

Diese angeblich von MW ganz neu initiierte Spaltung der Fanszene ist ein Mythos!

Sportliche Erfolge können diese immer dagewesene Spaltung vielleicht mal temporär überdecken, mehr aber auch nicht. Von Böllerwerfern, Gewalttätern oder Zugzerlegern, haben sich viele schon „abgespalten“, bevor MW eingeschult wurde. Und genauso umgekehrt: Diese Leute interessiert doch ebenfalls nicht ernsthaft, was die „andere Fanseite“ denkt. Als Befürworter einer Regelung von kontrolliertem Pyroeinsatz werde ich persönlich nie „eins sein“ können mit Leuten, die im eigenen Stadion die Zugänge stürmen und sich wie gegen Oberhausen für die Tennisballaktion in hoher zweistelliger Zahl ohne Karte gewaltsam Zugang zur Rahn verschaffen. Gegen Düsseldorf passierte das in kleinerem Umfang auf der Westtribüne erneut.

Zusammenfassend: Das alles ist seit Jahrzenten Bestandteil der RWE-DNA und hat rein gar nichts mit MW zu tun.

Zurück zur AR-Sitzung: Marcus Uhlig hatte am Tag der AR-Sitzung immerhin 7 Arbeitstage absolviert. Ich hatte den Eindruck, er ist bereits angekommen. Es sollte kein Problem geben, Ihn mit den Fans/ der Fanszene ähnlich offen zu verdrahten, wie MW, sofern dies von den unterschiedlichen Gruppen gewünscht wird. Ein Treffen mit dem FFA-Vorstand, an dem ich sicherlich auch teilnehmen werde, wird zumindest kurzfristig anberaumt. So sehr ich den Abgang von Michael Welling persönlich und fachlich bedaure, liegt in diesem Wechsel an der Spitze natürlich auch eine Chance über Strukturen neu nachzudenken und Dinge aus anderen Blickwinkeln zu sehen.

Es bleibt also spannend ... Nur der RWE!

P.S. Nächste AR-Sitzung: Dienstag, 12.12.17.