Bericht des Fanvertreters von der AR-Sitzung im Oktober 2018

20.10.2018 | 12:10
Es ist Samstag, der 20.10.18 und morgen steigt das Derby in Wattenscheid. Bevor ich mit dem eigentlichen Bericht von der AR-Sitzung anfange, zunächst jedoch eine kurze Aufarbeitung in Form einer Rückblende.

21.08.18: Vier Partien waren gespielt, als es galt von der ersten AR-Sitzung der laufenden Saison zu berichten. Wir hatten nach der Auftaktpleite 3 Spiele gewonnen und standen vor den Spielen in Herkenrath und gegen Bonn.

Platzo hatte sich ein paar Tage zuvor im Pokal gegen Menrath verletzt und war der vierte Offensivausfall nach Freiberger, Harenbrock und Jansen. Allerdings ging man damals noch von vier bis fünf Wochen Ausfallzeit bei Ihm aus. Die Mannschaft kompensierte das, und gewann trotzdem, sowohl in Herkenrath als auch gegen Bonn, und grüßte von der Tabellenspitze. Schon vor diesen beiden Spielen haben wir vereinsintern natürlich das Thema Offensivverstärkungen“ diskutiert. Aber etwas Finanzierbares, was uns sofort weiterhilft, war nicht zu bekommen. Zudem agierte die Mannschaft (siehe oben) weiterhin erfolgreich, was den Handlungsdruck milderte und das Vertrauen, was die sportliche Leitung in den verbliebenen Kader setzte, rechtfertigte.

Dann kam Lippstadt und mit diesem Spiel änderte sich plötzlich alles. Der Rückstand war noch zu verkraften, der Platzverweis von Pröger (zusammen mit den anderen vier Offensivausfällen) mittelfristig anscheinend nicht. Die Balance ging irgendwie verloren. Zwar war die Mannschaft in keinem der dann folgenden sechs sieglosen Meisterschaftsspiele unterlegen, aber es fehlte eben immer ein wenig, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Mal ein verschossener Elfer (Lippstadt), ein reguläres aber nicht gegebenes Tor (Köln), ein unerklärlicher Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit (Verl) usw. Deshalb stehen wir da, wo wir jetzt stehen. Mit aktuell 16 Punkten Rückstand (zwei Spiele weniger) auf Viktoria Köln im Mittelfeld.

Zurück ins hier und heute: Neben allen AR-Mitgliedern und dem Vorstand nahmen diesmal auch wieder Jürgen Lucas und Enrico Schleinitz temporär teil. Auch Trainer Kalle Neitzel war am Start. JL und KN hätten es sich einfach machen können und die Misserfolgsserie mit den o.g. Punkten erklären können. Klar wurde das auch erwähnt, aber andere, beeinflussbare Dinge nahmen zum Glück mehr Raum ein: Wie nehme ich den Spielern aufkommende Selbstzweifel, die sich u.a. dadurch äußern, dass bei Videospielanalysen die Spieler nach den Misserfolgen plötzlich überzogen selbstkritisch sind und hinter jeder gezeigten Szene Fehler vermuten, nur weil das Spielergebnis schlecht war? Wie spreche ich dabei trotzdem tatsächliche Fehler an, ohne die aufkommenden Selbstzweifel noch zu verstärken?

Ein Spielergebnis sagt eben nicht immer etwas über die tatsächlich gezeigte Leistung aus. Natürlich werden JL und KN im stillen Kämmerlein den Qualitätsverlust durch die Ausfälle konstatieren, aber die Einstellung der Beiden, dass auch der aktuelle Kader erfolgreich sein kann, ist nicht gespielt, sondern entstammt einer inneren Überzeugung. Das ist spürbar. Von den Langzeitverletzten Harenbrock und Freiberger konnte Positives berichtet werden. Harenbrock liegt mit seiner Genesung rund 6 Wochen vor dem Plan, könnte medizinisch eigentlich schon ins Mannschaftstraining. Da stellt sich die Berufsgenossenschaft aber noch quer. Man will Ihn jetzt in Abstimmung mit der BG jetzt Ende Oktober ins Rennen werfen.

Noch weiter dem Genesungsplan voraus ist Freiberger, dessen Knieverletzung ja noch etwas komplexer war, als „nur“ der Kreuzbandriss bei Harenbrock. Kevin nutzt jede Gelegenheit, sogar mit eigenem medizinischen Personal, für eine schnelle Genesung zu arbeiten. Jansen steht auch vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining, wird aber aufgrund der komplett verpassten Vorbereitung noch einige Zeit brauchen. Kurzfristig kann uns daher offensiv lediglich Platzo weiterhelfen. Wenn er wieder fit wäre, hätten wir den Kader, der zu Saisonbeginn 5 mal hintereinander gewann, wieder beisammen.

Enrico Schleinitz berichtete vom Besuch des DFB, und den erfolgten Interviews für das laufende Zertifizierungsverfahren des NLZ. Das „informelle“ Feedback danach war wohl sehr positiv, so dass man davon ausgeht, im Januar/Februar die erhoffte Zertifizierung zu erhalten (incl. jährlicher Zahlung von Euro 50.000). Nicht ganz ausgeschlossen ist, dass es dazu sogar noch einen von drei möglichen Sternen (zusätzlich Euro 25.000 jährlich) gibt. Für einen Viertligisten wäre das wohl das Maximum, was logistisch machbar ist. Des Weiteren wurden ausführlich die Hintergründe für die Freistellung des B-Jugend Trainers Lars Fleischer erörtert, verbunden mit der Hoffnung, diesen an anderer Stelle im Verein einbinden zu können.

Bei den wirtschaftlichen Themen müssen wir bereits heute vor Augen haben, dass mit Auslauf von „Hoch 3“ ein großes Stück Planungssicherheit für die kommenden Spielzeiten verloren geht. Wenn man rein die Zuschauerzahlen aktuell betrachtet, läuft es richtig gut, allerdings reflektieren diese bisher nur die erfolgreiche Startphase der Saison und/oder attraktive Gegner. Nach RWO sind nur noch dann „Zahltage“ zu erwarten, wenn die Mannschaft wieder in die Spur findet. Trotzdem sind wir weiterhin insgesamt für die laufende Saison solide aufgestellt und gemäß Budget unterwegs.

Jeder kann seine eigenen Schlüsse aus dem bisherigen Saisonverlauf ziehen. Bei der nackten (Zwischen-) Ergebnisbetrachtung ist man verleitet zu sagen: Gleiche Sch... wie jedes Jahr.
Es gibt aber sehr viele Argumente dafür, dass sich der Kader und das Spiel von RWE positiv entwickelt haben. Es gilt, gerade in der aktuell schwierigen personellen Phase, die Spieler dieses
positive Denken im Vereinsumfeld auch weiterhin spüren zu lassen. Die Bichlers, Prögers und Szepaniks und wie sie alle heißen sollen weiterhin mit Tempodribblings 1:1 Situation suchen, Fehler der Nebenleute ausbügeln, schnell umschalten, Risiko gehen und einfach nicht zu viel nachdenken beim Zocken.

Dann werden wir schon bald wieder Siege feiern, vielleicht schon morgen in Wattenscheid.

Nur der RWE!