Bericht des Fanvertreters von der AR-Sitzung im Mai 2016

22.05.2016 | 00:05
Die Saison ist vorbei, jetzt geht die Arbeit richtig los. Unter diesem Motto tagte der Aufsichtsrat mehr als 4 Stunden. Im folgenden der Bericht unseres Fanvertreters Ralf Schuh: Fragen hat diese Saison genug aufgeworfen. Jetzt wollen alle „Antworten „und das möglichst schnell. Das ist verständlich, aber birgt natürlich auch Risiken.

Wir haben gestern viel Zeit investiert (Sitzung dauerte deutlich mehr als 4 Stunden) um unsere Sicht der Dinge auszutauschen

Einfach ist sicher die Bewertung des Saisonergebnisses -unabhängig vom Ausgang des Pokalspieles.

Da bestand gestern in der langen und ausführlichen Diskussion im AR natürlich Einigkeit:

Katastrophe, zum Fremdschämen, völlig unzureichende Kosten-/ Nutzenrelation etc.

Die Ursachen dafür oder im Idealfall DIE Ursache zu ermitteln und diese dann zu beseitigen ist eine weitaus kompliziertere Aufgabe.

Hier erhält man,je nachdem wen man fragt, (Ex-Trainer, Trainer, Sportdirektor, Spieler, Vorstand, Aufsichtsrat, Fans) unterschiedliche Aussagen, die aufgrund der jeweiligen Funktion des Befragten immer subjektiv und manchmal auch aus Selbstschutz beschönigend sind.

Trotzdem gibt es Ursachen, die einen gewissen Konsens (auch im AR) haben und daher Ansatzpunkte bieten:

Zusammenstellung des Kaders vor der Saison:

Auch bedingt durch die Hinterlassenschaften eines UH, der die U23-Regel in seiner Kaderplanung ziemlich ausgeblendet hat, musste zu dieser Saison eben verstärkt auf junge Spieler bei den Neuzugängen geachtet werden. Diese waren aber zu oft maximal ein Versprechen für die Zukunft aber eben keine gestandenen Typen, die auch in kritischen Situationen Ihre Leistung bringen.

Zudem war der Trainer in die Kaderplanung im Sommer aufgrund seines Verpflichtungszeitpunktes

kaum eingebunden.

Kaderveränderungen Winterpause:

5 Abgänge im Winter, darunter zumindest 2, mit denen als Stammspieler geplant wurde (Behrens, Soukou), einer zu wenig Einsatzzeiten bekam und sich verändern wollte (Grebe), sowie 2 Fehlverpflichtungen aus dem Sommer (Olwa-Luta, Al Khalaf) standen 8 Neuzugänge gegenüber, von denen bisher lediglich Ivan und Löning positiv in Erscheinung getreten sind.

Obwohl diese Veränderungen nicht alle gewollt waren, bleibt doch insgesamt festzuhalten, dass auch hier die Bilanz eher dürftig ist.

Insgesamt war personell einfach zu viel Unruhe im Kader, was konstanten Leistungen sicher nicht zuträglich war.

Aber man darf dabei auch nicht ganz vergessen, dass gewisse Handlungszwänge (U-23 Regelung im Sommer und Verletzte/Abgänge im Winter) bestanden.

Hierarchien

Es war im Nachhinein sicher ein Fehler, die unter Fascher zu starren Hierarchien (es gab praktisch nur die erste Elf, der Rest konnte machen was er wollte, er kam nicht zu Zug) derartig radikal aufzubrechen. Das hätte vielleicht funktionieren können, es wurde aber nach dem, zum Teil unglücklich, verpatzten Saisonstart zum Boomerang

Stallgeruch der Spieler:

Ja, es gibt nur gute und schlechte Spieler, dabei ist die Herkunft erst mal völlig egal, aber offensichtlich passt nicht jeder Typ ins Ruhrgebiet und schon gar nicht zu RWE.

Das durchaus löbliche „über den Tellerrand hinaus blicken“ hat sich diesmal weitestgehend nicht als erfolgreich erwiesen. Einen Goldbaek zu finden klappt eben nicht immer....

Jeder mag diese Liste beliebig ergänzen.

Klar ist, dass wir zur neuen Saison Dinge verändern müssen, nicht nur im sportlichen Bereich, denn

so etwas, wie im letzten Jahr, kann man irgendwann keinem mehr zumuten.

Wir haben hierzu auch bereits konkrete Ideen, aber -und das hat nach dem Neustart 2010 gute Tradition- diese werden erst dann in die Öffentlichkeit getragen, wenn sie spruchreif sind.

Daher ist es eigentlich unmöglich, aus dieser AR-Sitzung zu berichten, ohne dieses Tabu zu brechen.

Es wird Einiges passieren in den nächsten Tage/Wochen und hier spreche ich nicht nur von der Kaderplanung, in die Demandt natürlich eingebunden ist. Im Gegensatz zu Siewert, konnte er sich schon ein Bild von der Mannschaft machen und er kennt zudem die Liga.

Ich stelle mal die These auf, dass wir noch vor Ende der Spielzeit (30.06.) nach und nach Dinge im sportlichen und strukturellen Bereich kommunizieren werden, die Hoffnung auf deutlich bessere Zeiten machen.

Ja, ich klar:

Hatten wir alles schon mal,eigentlich jedes Jahr wieder.

Ich kann daher jeden verstehen, der genervt abwinkt, aber wenn wir als Verantwortliche im Verein nicht diese Überzeugung hätten, wer dann.

Die JHV Ende Juni wird genügend Gelegenheit für eine kritischen Austausch mit den Mitgliedern bieten, da wir versuchen werden, das Pflichtprogramm deutlich zu straffen. Dann kann man in die Diskussion sicher auch die bis dahin umgesetzten -ich nenne es mal allgemein „Projekte“ mit einbeziehen.

Die Jungs auf dem Feld bleiben aber der entscheidende Faktor:

Ihnen muss endlich mal bewusst werden, was sie für ein Glück haben, als Regionalligaspieler hier zocken zu dürfen. Hoffentlich haben sie es in dem Moment begriffen, als Sie mit dem Arsch an der (Oberliga)Wand standen gegen Kray. Vielleicht begreifen es einige auch nie. Aber die sollten bei RWE keine Zukunft haben und möglichst schon vor einer Verpflichtung aussortiert werden.

Die Mannschaft muss mit der Hand auf dem Wappen rausgehen und dem Gegner mit jeder Faser Ihres Körpers demonstrieren, dass es zumindest weh tun wird, wenn man gegen Esssen was holen will.

Das Pokalspiel ist eine gute Gelegenheit, damit zu beginnen und würde natürlich auch für die nächste Saison einiges etwas leichter werden lassen.