Bericht des Fanvertreters im Aufsichtsrat im Oktober 2022

Christian Ruthenbeck

In der vergangenen Woche fand die turnusmäßige Aufsichtsratssitzung statt. Es war im Übrigen erst die zweite Sitzung, an der ich seit meinem Amtsantritt teilgenommen habe.

Von der Ersten, die ich aus meinem Urlaubsdomizil in Italien per Videokonferenz verfolgen konnte, gab es auch tatsächlich nicht viel Spannendes zu berichten. Hier überwog der Teil mit der sportlichen Aufarbeitung der Aufstiegssaison. Und da diese ohnehin jeder für sich vermutlich mit unendlichen Glücksgefühlen in Erinnerung behalten wird, habe ich mir dann auch einen unnötigen Bericht geklemmt. Nur so viel: Ich bin herzlich und mit offenen Armen in dem Gremium aufgenommen worden und die Zusammenarbeit ist seit dem ersten Tag durchweg konstruktiv.
Auch die letzte Sitzung startete dann wie üblich mit einem Bericht der sportlichen Leitung. Die sportliche Entwicklung der U17 und allen voran der U19 sind aktuell nicht zufriedenstellend. Hier sind jedoch die Probleme identifiziert und werden proaktiv angegangen, so dass berechtigte Hoffnungen bestehen, den aktuell negativen Ergebnistrend umzukehren. Da in beiden Altersklassen quasi nur eine Hinserie gespielt wird, lautet das Ziel einzig und allein Klassenerhalt.
Die sportliche Entwicklung der ersten Mannschaft ist aufgrund der letzten Ergebnisse positiv zu bewerten. Wirft man einen Blick auf die Ergebnisse, die RWE erzielt hat, seitdem der Kader in seiner jetzigen Form besteht, liegen wir mit 9 Punkten aus 5 Spielen auf Platz 5 – ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann und uns vorsichtig optimistisch stimmen darf.
Weitere Themen der Sitzung waren personelle Veränderungen auf der Geschäftsstelle seit Sommer sowie der wirtschaftliche Bereich. Besonders letzterer stand aufgrund des anstehenden Nachlizensierungsverfahrens im besonderen Fokus. Hier gibt es aber trotz der wirtschaftlichen Schieflage unseres Hauptsponsors nur gute Nachrichten. Ohne ins Detail gehen zu können: Der Verein ist voll im Soll und steht dank der akribischen Arbeit des Teams hinter dem Team auf gesunden wirtschaftlichen Beinen.
Ein Thema, dem ich mich in diesem Bericht aber noch gezielter widmen möchte, sind die jüngsten Entwicklungen in Teilen der Fanszene. Rot-Weiss Essen hat hier kürzlich von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und 76 „Hausverbote“ erteilt. Diese sind de facto Stadionverbote für Fußballspiele von RWE an der heimischen Hafenstraße. Entgegen in sozialen Medien kursierender Halbwahrheiten möchte ich die Gelegenheit nutzen, hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen:
Gut die Hälfte der betroffenen Personen sind als Fans anderen Vereinen zuzuordnen. Die entsprechenden Vereine wurden über die „Hausverbote“ an der Hafenstraße in Kenntnis gesetzt. Bei den übrigen verhängten „Hausverboten“ handelt es sich – wie schon der offiziellen Stellungnahme zu entnehmen – um Personen, die zum einen eindeutig identifiziert und zum anderen mehrfach einschlägig auffällig geworden sind. Der Entzug von Dauerkarten (inklusive anteilmäßiger Rückerstattung der Ticketpreise) sowie die Prüfung von Vereinsausschlussverfahren sind ein weiterer Teil der auferlegten Sanktionen, da das gezeigte Verhalten der betroffenen Personen nicht mit den in der Satzung des Vereins verankerten Werten in Einklang zu bringen ist. In den zuständigen vereinsinternen Gremien wurde explizit von Kollektivstrafen, die beispielsweise auch weiterreichende Folgen für Infostände im Stadionumfeld etc. haben würden, Abstand genommen! Die Entscheidung, diesen drastischen Weg der Hausverbote einzuschlagen, liegt dabei nicht auf den Schultern einzelner Personen, sondern wurde in den zuständigen Gremien gemeinsam erarbeitet. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass die „Hausverbote“ aufgrund gesicherter und belegbarer Informationen verhängt wurden. Betroffene Personen haben jedoch die Möglichkeit, fristgerecht beim Verein Einspruch gegen die verhängten Sanktionen zu erheben.
Abschließend möchte ich noch ein paar Infos zu den Planungen des Stadionausbaus loswerden. Aktuell entsteht eine Machbarkeitsstudie. Diese umfasst unter anderem eine zu optimierende Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, eine Fahrradtrasse, weitere Parkmöglichkeiten am Stadion sowie die Schließung der Ecken im Stadion an der Hafenstraße. Diese Studie soll – wenn Sie im Zeitplan bleibt – bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Weitere Zeitfenster für einen möglichen Beschluss im Stadtrat oder gar einen Baubeginn erlauben sich noch nicht. Gewiss ist lediglich, dass das Thema Stadionausbau definitiv in der Essener Politik & Verwaltung ein aktuelles ist. RWE möchte hier zukünftig jede Gelegenheit nutzen, für das Projekt bei Bürgern und Parteien vorsichtig und mit Fingerspitzengefühl zu werben. Die aktuelle Auslastung des Stadions zeigt jedoch, dass ein Ausbau besonders bei erfolgreicher sportlicher Zukunft Sinn macht und die Entwicklung des Vereins weiter fördern kann. Daran arbeiten aktuell, meiner Beobachtung nach, alle Abteilungen und Mitarbeiter äußerst gewissenhaft und akribisch.

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