Bericht des Fanvertreters im Aufsichtsrat Juni 2026

Fanvertreter im Aufsichtsrat

Mahlzeit Rot-Weisse!

Die Sommerpause ist inzwischen in vollem Gange. Mit etwas Abstand zur vergangenen Saison sind die Erlebnisse, Emotionen und Eindrücke mittlerweile verarbeitet – zumindest ein Stück weit.

Die zunächst große Enttäuschung über das verpasste Ziel ist einer anderen Sichtweise gewichen. Denn auch wenn am Ende vielleicht nicht alles so ausgegangen ist, wie wir es uns erhofft hatten, bleibt vor allem die Erinnerung an eine außergewöhnliche Spielzeit.
Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen, mit großen Momenten, Rückschlägen, Hoffnung, Euphorie und Leidenschaft. Eben eine ganz typische RWE Saison. Wer die Spiele in Ulm oder zuhause gegen Fürth erlebt hat, weiß, wozu dieser Verein und vor allem dieses Umfeld in der Lage sind. In diesen Spielen haben wir eindrucksvoll gezeigt, wer Rot-Weiss Essen ist und welchen Stellenwert unser Verein weit über die Stadtgrenzen hinaus besitzt.
Deshalb überwiegt bei mir heute vor allem die Dankbarkeit für das Erlebte und der Stolz auf eine Saison, die uns allen lange in Erinnerung bleiben wird. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits wieder nach vorne.

Dieser zweite Bericht umfasst die vergangenen drei Aufsichtsratssitzungen. Dabei gab es vier zentrale Themenbereiche, die uns in nahezu jeder Sitzung begleitet haben und aufgrund ihrer Bedeutung wiederholt diskutiert wurden. Über den aktuellen Stand dieser Themen möchte ich euch gerne informieren.
Vorab möchte ich mich noch für das Engagement und den sehr detaillierten Einblick in die tägliche Arbeit der Essener Chancen bedanken.

1. Lizenzierungsverfahren für die neue Saison

Ein wesentlicher Bestandteil der Beratungen war das Lizenzierungsverfahren für die kommende Spielzeit. Zum damaligen Zeitpunkt wurden sowohl die Lizenz für die 2. Bundesliga als auch die Lizenz für die 3. Liga beantragt.
Besonders erfreulich ist, dass beide Lizenzen ohne Auflagen erteilt wurden. Das ist keineswegs selbstverständlich und zeigt, dass sich Rot-Weiss Essen in den vergangenen Jahren organisatorisch, wirtschaftlich und strukturell sehr positiv entwickelt hat. Die Erteilung beider Lizenzen bestätigt die geleistete Arbeit vieler Verantwortlicher im Verein und stellt eine wichtige Grundlage für die zukünftige Entwicklung dar.
Gerade in einer Zeit, in der viele Vereine mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sind, darf man diese Entwicklung durchaus als Erfolg bewerten. Sie schafft Planungssicherheit und zeigt, dass Rot-Weiss Essen auf einem stabilen Fundament steht.

2. Stadionpacht

Ein weiteres Thema, das uns regelmäßig beschäftigt hat, war die zukünftige Regelung der Stadionpacht.
Die Gespräche zwischen Rot-Weiss Essen und der GVE befinden sich inzwischen auf der Zielgeraden. Nach den Informationen, die dem Aufsichtsrat vorliegen, sind nur noch wenige finale Feinabstimmungen notwendig, um einen langfristigen Vertrag abzuschließen.
Dabei geht es nicht darum, kurzfristige Vorteile für eine Seite zu erzielen, sondern eine faire und nachhaltige Lösung zu schaffen, die beiden Parteien langfristige Planungssicherheit ermöglicht. Genau dieser Ansatz prägt die Gespräche und stimmt mich insgesamt optimistisch.
Ein langfristig gesicherter Rahmen für unsere Hafenstraße ist von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung unseres Vereins.

3. Fanrelevante Themen und Vereinsentwicklung

Wie in den vergangenen Berichten bereits angedeutet, nehmen fanrelevante Themen auch im Aufsichtsrat einen wichtigen Platz ein. In den zurückliegenden Sitzungen wurde hierzu intensiv, offen und teilweise auch kritisch diskutiert.
Dabei wurden nicht nur positive Entwicklungen betrachtet, sondern auch Dinge angesprochen, die in der vergangenen Saison nicht optimal gelaufen sind. Gerade dieser offene Austausch ist wichtig und soll auch in dieser Form beibehalten werden.
Gleichzeitig gibt es zahlreiche Entwicklungen, die eindrucksvoll zeigen, welchen Weg unser Verein eingeschlagen hat. Besonders bemerkenswert ist der höchste Zuschauerschnitt der vergangenen 55 Jahre.
Mit Blick auf die geplanten Erweiterungen und Entwicklungsmöglichkeiten rund um das Stadion darf man davon ausgehen, dass dieses Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist.
Eine weitere beeindruckende Entwicklung ist das erstmalige Überschreiten der Marke von 15.000 Vereinsmitgliedern. Diese Zahl verdeutlicht die enorme Strahlkraft von RWE innerhalb der Stadt und weit darüber hinaus. Jeder einzelne Mitgliedsantrag ist letztlich ein Zeichen der Identifikation mit unserem Verein und ein Vertrauensbeweis in die eingeschlagene Entwicklung.
Positiv hervorzuheben ist zudem das Engagement vieler Fans und Ehrenamtlicher rund um die Hafenstraße. Ein sichtbares Beispiel hierfür ist die Arbeit des Dachverbands Westtribüne in Zusammenarbeit mit Aktiven Fans der Rahn. Im Bereich der Rahntribüne, wurde das Stadionbild in den vergangenen Monaten weiter aufgewertet. Die Pfeiler hinter der Tribüne wurden in rot-weiss-rot gestaltet und verleihen dem Stadion ein noch stärkeres rot-weisses Erscheinungsbild.
Solche Projekte mögen auf den ersten Blick wie kleine Details wirken. Tatsächlich sind sie jedoch Ausdruck der Verbundenheit vieler Menschen mit unserem Verein. Sie tragen dazu bei, die Hafenstraße weiter zu einem unverwechselbaren Zuhause für RWE zu machen. Besonders erfreulich ist dabei, dass bereits weitere Projekte in Planung beziehungsweise Umsetzung sind.
Insgesamt kann die Entwicklung unseres Vereins in diesem Bereich als ausgesprochen positiv bewertet werden.

4. Kaderplanung für die neue Saison

Ein weiterer Schwerpunkt der Aufsichtssitzungen war die Kaderplanung für die kommende Saison.
Natürlich beginnt die Zusammenstellung einer Mannschaft nicht erst mit dem Ende einer Spielzeit. Dennoch war die Situation in diesem Jahr besonders anspruchsvoll. Solange nicht endgültig feststeht, in welcher Liga gespielt wird, lassen sich viele Entscheidungen nur eingeschränkt planen.
Spieler orientieren sich verständlicherweise an der sportlichen Perspektive. Entsprechend hängen manche Entscheidungen unmittelbar von der Ligazugehörigkeit ab. Realistisch betrachtet wäre ein Spieler wie Mitsuta beispielsweise wohl nur im Falle eines Aufstiegs in die 2. Bundesliga langfristig zu halten gewesen.
Dennoch bin ich überzeugt, dass unsere sportliche Führung auch in diesem Sommer wieder sehr gute Arbeit leisten wird. Die Kaderplanung erfolgt nicht zufällig, sondern nach klaren Strukturen. Zunächst wurden im letzten Jahr die benötigten Profile definiert. Anschließend wird geprüft, welche Spieler diese Anforderungen erfüllen und gleichzeitig charakterlich sowie sportlich zum Verein passen. Schlussendlich wird auf Basis der Anforderungsprofile die endgültige Entscheidung getroffen, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Spieler verpflichtet wird.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass dieser Weg erfolgreich sein kann.
Wenn ich auf die aktuelle Situation blicke, erkenne ich durchaus Parallelen zur Vorsaison. Auch damals gab es viele offene Fragen, einige Skepsis und Veränderungen. Am Ende entstand jedoch eine Mannschaft, die uns über Monate hinweg begeistert hat.
Ich bin jedenfalls positiv gestimmt und freue mich auf eine neue, spannende und vermutlich erneut sehr starke 3. Liga.

Ausblick

Die Sommerpause bietet die Gelegenheit, kurz durchzuatmen, Kraft zu sammeln und die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen. Und doch wächst wieder die Vorfreude auf die neue Saison.
Vor uns steht die wahrscheinlich beste 3.Liga aller Zeiten, es gilt auch weiterhin RWE bestmöglich zu vertreten, auf und neben dem Platz.

Ich werde euch selbstverständlich auch weiterhin regelmäßig über die Arbeit des Aufsichtsrats informieren und über wichtige Entwicklungen berichten.

Euer Fanvertreter im Aufsichtsrat